FAQ

Hier beantworten wir Ihnen häufig gestellte Fragen.
Selbstverständlich können Sie sich auch stets persönlich
mit der OUV-Geschäftsstelle in Verbindung setzen.
Bereich Bauen

Können im Ausland angearbeitete Selbstbauten in Deutschland fertiggestellt und dann “D” zugelassen werden?
Das kommt darauf an. In der Vorschrift des LBA heißt es unter anderem: “Das Einzelstück muss überwiegend in der Bundesrepublik hergestellt worden sein.” Am besten sie kontaktieren einen Prüfer Klasse I und einen Gutachter der OUV um den Fall mit dem LBA zu klären.

Ich möchte ein musterzugelassenes Flugzeug im Selbstbau ändern, zum Beispiel einen anderen Motor einbauen. Geht das und was muss ich dazu tun?
Nein, das geht leider nicht.

Kann ich in Deutschland ein viersitziges oder mehrmotoriges Flugzeug selbst bauen und zulassen?
Mehrmotorig: Hier sind keine besonderen Einschränkungen gegeben. Viersitzig: Im Prinzip ja. Aber es gelten dann nicht mehr die ansonsten gewährten Erleichterungen bei der Nachweisführung, das heißt, der Prüf- und Zulassungsaufwand wird erheblich größer.

Kann ich ein Bauteil, zum Beispiel einen Flügel von einem Serienflugzeug, für meinen eigenen Selbstbau verwenden?
Grundsätzlich ja. Es kommt jedoch dabei auf die Anteilsmenge an, also ob noch mindestens 50 Prozent Arbeitsaufwand für den Rest der Herstellung des Flugzeugs übrig bleibt.

Kann ich in einem “Billigland” meinen Selbstbau oder Teile davon herstellen lassen?
Grundsätzlich nicht den ganzen Bau. Der überwiegende Teil des Aufwands muss in Deutschland anfallen und der Prüfer muss auch die im Ausland gefertigten Teile ordnungsgemäß abnehmen können.

Was ist der Unterschied zwischen einem Amateurbauflugzeug und einem Selbstbauflugzeug?
Ein Amateurbauflugzeug ist ein Flugzeug, das eine Musterzulassung für den Amateurbau hat. Es muss nach den Musterunterlagen unter Bauaufsicht eines Prüfers gebaut und abgenommen werden. Abweichungen von den Musterunterlagen erfordern eine “Ergänzende Musterzulassung” (EMZ). Nach Fertigstellung hat das Flugzeug eine normale Verkehrszulassung ohne Einschränkungen. Amateurflugzeuge sind zum Beispiel viele alte Segelflugzeuge, die in Vereinen hergestellt wurden oder einige Jodel-Typen. Hierunter fallen auch Oldtimer-Nachbauten und Oldtimer-Neuentwicklungen, jedoch keine Oldtimer-Reparaturen.

Bereich Betrieb

Was sind die Beschränkungen für Selbstbauflugzeuge in der “Beschränkte Sonderklasse”?
Gründsätzlich sind folgende Schwerpunkte zu nennen: Man darf – außer bei Start und Landung – nicht über Menschenansammlungen und Großstädte fliegen, so dass bei Störungen freies Gelände erreichbar ist. Es darf nur am Tag geflogen werden, nicht bei Nacht und nicht IFR. Auslandsflüge: Man darf am internationalen Verkehr nur mit Erlaubnis des jeweiligen Staats teilnehmen. Eine grundsätzliche Einflugerlaubnis haben bisher die Staaten Österreich, Italien, Schweden und Schweiz erteilt. Wenngleich die meisten Staaten Europas bereits 1980 dem Einflug grundsätzlich zugestimmt haben, wurde in den anderen Ländern die Vorschrift leider noch nicht als Gesetz verabschiedet. Bitte informieren Sie sich im Einzelfall bei den jeweiligen Behörden.

Kann ich ein im Ausland hergestelltes und dort zugelassenes Selbstbauflugzeug in Deutschland zulassen und fliegen?
Fliegen kann man mit solchen Flugzeugen bei Beachtung der allgemeinen luftrechtlichen Bestimmungen für den Luftfahrerschein in Deutschland genauso wie mit einem musterzugelassenen Flugzeug. Eine Zulassung der Maschine in Deutschland mit “D” Registrierung ist allerdings nicht möglich. Es gibt weltweit keine gegenseitige Anerkennung der Zulassung für Experimentals. Das gilt auch für die EU.

Ist es möglich, für ein nicht “D” zugelassenes Flugzeug, ein Lärmzeugnis zu erhalten?
Nein. Aber wir haben schon wiederholt technisch anerkannte Lärmmessungen für solche Flugzeuge durchgeführt. Der Besitzer konnte dann mit unserem Messprotokoll auf dem Heimatplatz und auch auf anderen Landeplätzen die gleiche Behandlung erfahren, wie wenn er ein entsprechendes Lärmzeugnis vom LBA hätte.

Bereich Verschiedenes

Kann ich ein Selbstbauflugzeug während des Baus oder der Erprobungsphase verkaufen und was ist dabei zu beachten?
Grundsätzlich ja. Aber es verlieren alle bis dahin erstellten Gutachten der OUV und Freigaben des Luftfahrt Bundesamtes ihre Gültigkeit. Grund: Sie sind direkt auf den vorherigen Projekteigner persönlich zugeschnitten, das heißt, der Käufer muss bei dem entsprechenden Punkt neu beginnen, sein Projekt anmelden und die Genehmigung des LBA einholen (zum Beispiel in der VVZ).

Interessenten

Sie haben Fragen zur Oskar Ursinus Vereinigung? Sie planen den Bau Ihres eigenen Flugzeugs? Sie suchen einen kompetenten Partner bei der Verwirklichung Ihres Traums vom Fliegen – von der ersten Skizze bis hin zur Verkehrszulassung und darüber hinaus? Dann wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle der OUV. Wir sind gerne für Sie da.